Qabbalah

Transferthread: Qlipoth

 
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Transferthread: Qlipoth
by Selene (R3) - Monday, 19 February 2018, 9:47 PM
 

Qliphoth

Kalsoom schrieb am 01.02.2007 um 18:58:

Beziehe mich jetzt auf die Worte von Dion Fortune:
" Wenn man sich mit den positiven Aspekten der Sephiroth beschäftigt, darf man dabei nie vergessen, dass sie auch eine negative Seite haben."
Wenn man es also nicht versteht, die Kräfte im Gleichgewicht zu halten, wird zweifelslos die negative Seite irgendwann die Oberhand gewinnen
und die Zeremonie sprengen.
In jeder magischen Zeremonie kommt ein Punkt, an dem die negative Kraft in Erscheinung tritt und an dem man sich mit ihr auseinandersetzten muß.
Tut das der Magier nicht, wird sie ihn in die Grube locken, die er sich selbst gegraben hat. eines der gesündesten Prinzipien der Magie besagt,
dass man nie eine Kraft heraufbeschwören sollte, mit deren gegenteiligen Aspekt man nicht auch umzugehen weiß."
Trotz dieser eindrucksvollern Worte stelle ich immer fest, dass bei der Kabbalah - Arbeit die Auseinandersetzung mit dem dunklen Teil gern übergangen wird. In den meisten Schriften gibt es über die dunklen Schalen wenig zu lesen.
Den Tunnel Thantifax in der Qlippoth habe ich öfters aufgesucht, und die Erfahrungen dort waren wichtig für meine Erkenntnis und Entwicklung.
Meine Frage ..... wie wichtig ist für euch die Schattenarbeit, kommt ihr damit klar, oder wird sie verdrängt zu Gunsten des Lichtes?


Tazem schrieb am 01.02.2007 um 19:19:

es ist durchaus in Ordnung seine negativen Seiten zu kennen.
Nur wer sie kennt, kann sie auch kontrollieren und eben ins Gleichgewicht holen.
Es ist uns durchaus bewusst, dass alles zwei Seiten hat.


 

felic1967 schrieb am 04.02.2007 um 14:56:

Wer sich ausführlich mit den Sephirot beschäftigt wird automatisch auch mir der Kehrseite konfrontiert, nur so kommt man voran, nur so kann man die Kräfte in sich selbst erwecken und meistern lernen.


 

Kalsoom schrieb am 04.02.2007 um 20:09:

Es geht also nicht um die Unterdrückung oder Vernichtung des Negativen, sondern um die Wiedereingliederung.

Bei den von Menschen erlebten Traumatas ist es genauso. Meist sind sie als Leichen im Keller eingesperrt, brechen plötzlich in Situationen, die sie an Vergangenes erinnern, nach oben und übernehmen, unentwickelt und nicht integegriert die Persönlichkeit. Bei der Kabballah-Arbeit ist nur leider nicht ersichtlich, wieviel Aufmerksamkeit man der dunklen Seite schenken sollte. Deshalb meine Frage.


 

felic1967 schrieb am 05.02.2007 um 13:08:

Wenn Du Dich mit einem bestimmten Thema oder einer bestimmten (positiven) Eigenschaft ernsthaft beschäftigst und Dir diesbezüglich für Dein Leben etwas vornimmst, dann wirst du plötzlich in Situationen kommen, die Dir zeigen wie weit Du in diesem Thema bereits bist und wo Dein Verbesserungspotential liegt. Auf diese Weise wird Dir praktisch immer wieder die Frage gestellt: Ist es Dir wirklich ernst damit ? Und das hängt automatisch mit dem eigenen Schatten zusammen.

Wenn das Licht in Dir stark wird, zeigt es Dir auch immer die dunklen Flecken auf dem bunten Glas. Wenn Du es schaffst die Flamme am laufen zu halten kann sie auch zum läuternden Feuer werden. Auf diese Weise kann man den Schatten ins Licht stellen - auch das ist Schattenarbeit.


 

Kalsoom schrieb am 05.02.2007 um 19:15:

Jedesmal wenn ich mir neue Ziele stecke, ist auch gleich ein Teil von mir damit beschäftigt, diese Ziele zu vereiteln, da sie Übungen und Disziplin verlangen. Diesen Teil zu bannen und ihn damit unter Kontrolle zu halten, ist schon eine Herausforderung.
Die Qliphoth wird ja erst seit kürzerer Zeit intensiver erforscht. Vielleicht könnte man einfacher mit ihr umgehen, wenn ihre Deutung mehr in eine psychologische Richtung, so wie es auch die Chaosmagie insgesamt macht, gehen würde.


 

darkmoon schrieb am 18.12.2007 um 17:44:

zu den Qelipoth habe ich auch eine Frage.
Wie soll ich mir den Qelipothaspekt von Kether oder Chochmah vorstellen, da diese Sefiroth keine Laster haben? Ich sah bisher immer das Laster als den Qelipothaspekt an und würde gerne wissen, wie ich mit den ersten beiden Sefiroth verfahren soll?

Es ist schwer, sich einen dunklen Aspekt von Kether oder Chochmah vorzustellen, da dies die lichtesten Sefiroth sind.


 

Tazem schrieb am 18.12.2007 um 17:51:

Kether und Chochmah haben keine dunklen Aspekte, daher brauchst/ kannst du es dir eigentlich auch nicht vorstellen.


 

witcher schrieb am 28.01.2008 um 16:39:

Ich denke allein die guten Geister sollen zu Rate gezogen werden, und mit ihrer Hilfe und den göttlichen Segen, kann jedes gewünschet Ding erreicht werden. Meiner Meinung nach ist es falsch diese Wesen in sich selbst erlösen zu wollen, denn diese wollen ja nur das schlechte in uns verstärken und können niemals helfen den Schatten (wie es Jung nannte) zu überwinden. [...]


 

globalbrain schrieb am 05.03.2009 um 13:59:

Ich wollte mal eine Frage einwerfen und bitte um Hilfe: ich suche die hebräischen Schriftzeichen für die, in der Qliphoth dualen Erzengel von Metatron - Thamiel bis Sandalfon – Nehemoth.


 

Andrea schrieb am 05.03.2009 um 15:30:

Soweit ich weiß, werden den Qliphoth nur Dämonen zugeordnet. Die hebräischen Schriftzeichen dafür wirst Du bei uns nicht finden. Braucht auch keiner!

Wir raten davon ab zu versuchen, Dämonen zu beschwören!
Denn:
Erstens gibt es keinen guten Grund dazu, und zweitens reicht es, in einem selbst nach unausgeglichenen Kräften ("Dämonen") zu suchen. Da findet man schon einiges.
Das Kunststück besteht nicht darin, "Dämonen" zu rufen, sondern vielmehr darin, sie wieder loszuwerden!
Beispiel: Jemand wird von seiner "Wut übermannt" oder er verliert die Kontrolle über sich und tut etwas, was ihm hinterher leid tut.
Das bedeutet, er hat sich den unausgeglichenen Kräften in sich selbst, "Dämonen" genannt, hingegeben, oder er hat gegen sie gekämpft und verloren - (natürlich hat er eigentlich gegen sich selbst gekämpft und verloren). Blöd gelaufen...
Wenn Dir das auch mal passiert ist, dann weißt Du, dass Du die "Dämonen" bereits in Dir hast, und Du weißt auch, wie lästig diese kleinen Viecher sind.
Zusätzliche davon braucht kein Mensch. Man kann mit ihnen ja auch nichts vernünftiges anfangen.

Manche träumen den Traum von Macht über andere und wollen deshalb "Dämonen beschwören", aber überleg mal logisch:
Wenn einer mit seiner eigenen Wut und seiner Angst schon nicht klar kommt und ihr Opfer ist, und der würde sich dann noch zusätzlich einen "Dämonen" herbeibeschwören - dann sieht er doch noch älter aus als ohnehin schon! Du siehst, das ist entweder ne Lachnummer und/oder man vergrößert seine Probleme nur noch. Was völlig unnötig ist.

Der Wunsch nach "Macht über andere" kommt in der Regel von Leuten, die nicht die "Macht über sich selbst" haben.
Was dagegen hilft ist, diese "Macht über sich selbst" zurückzugewinnen! Das schafft man nicht, indem man andere unterdrückt. Oder?
(Sondern man schafft es, indem man erkennt, wovon man sich beeinflussen läßt (sei es freiwillig, bewußt, unbewußt, nur widerwillig, unfreiwillig...), dann prüft, wie sinnvoll das wirklich ist, und sich selbst und sein Verhalten entsprechend anpasst. Man ändert also sich selbst, nicht die anderen.)

Und dann gibts da glaube ich noch die "Dämonenfürsten" oder so, die ganz fetten Dämonen. Lass uns auch da mal kurz logisch drüber nachdenken:
Da haben wir also einen kleinen Möchtegernmagier auf der einen Seite, der innerlich unausgeglichen ist - das gilt für die meisten Menschen, leider. Das heißt, er ist bereits das Opfer derjenigen "Dämonen" wie Angst, Wut, evtl. Hass, die er schon in sich hat.
Und der ruft dann einen "Dämonenfürsten", unter dessen Kontrolle er eh schon steht, wenn man es so ausdrücken möchte, da er ja schon gegen die "kleinen Dämonen" nicht ankommt.
Und dieser kleine Möchtegernmagier möchte dann dem "Boss-Dämon" etwas befehlen.
Das ist ein bißchen so, als würdest Du einen schwerbewaffneten Banditen mit einer Waffe bedrohen wollen, die er sowieso schon gegen Dich gerichtet hat.

Aber natürlich gibts keine Dämonen oder Dämonenfürsten, sondern es gibt nur unausgeglichene Kräfte. Ebenso wie es keine Dunkelheit gibt, sondern nur das Fehlen von Licht, wie Walter E. Butler mal sagte.
Also wenn Leute erzählen, sie beschwören Dämonen, dann gibt es keinen Grund, beeindruckt zu sein, selbst wenn sie noch so cool wirken. Ich sehe dabei aber schon ein sehr großes Problem, wenn einer sowas erzählt. Es besteht im Versuch, nicht laut loszulachen. Also: Erstens - Licht an! Zweitens: Hirn an!

Aber ich bin etwas von Deiner Frage abgekommen.
Jedoch fand ich es wichtig, diese Dinge mal näher auszuführen, weil vielleicht manche Leute diesen Thread mit seinem "vielversprechenden Namen" aus solchen Gründen lesen, nämlich um zu erfahren, wie sie "Dämonen beschwören" können. Meistens kriegt man ja nur den "moralischen Zeigefinger ohne alles" entgegengehalten, und daher habe ich ihn mal mit ein paar Infos garniert, die sich vielleicht für den ein oder anderen als nützlich erweisen.


 

Tahomar schrieb am 05.03.2009 um 23:30:

Kurz gesagt ist die Beschäftigung mit der Qliphoth ein egozentrisches Betreiben, die den Praktizierenden Stufe um Stufe hinab in die Dunkelheit führt - von Gott weg (das ist ja das Ziel dieses luziferischen, linkshändigen Weg) - mit dem Versprechen, selbst ein Gott zu werden wie die Schlange im Genesis es verspricht (Ghagiel = "Das Erstrahlen des Luziferischen Sterns" und Thaumiel = "Die Erfüllung des von der Schlange gegebenen Versprechens").
Die Leute, die dies als eine vernünftigen, gangbaren Weg in Betracht ziehen, müssen schlimmes erlebt haben. Selbstverständlich ist dies verabscheuungswürdige schwarze Magie und führt mit Sicherheit in leidvolles Verderben des Praktizierenden. Unnötig zu sagen, dass wir diese Praxis vollständig und mit Recht ablehnen.

Ich hatte selbst einmal mich von dem sogenannten negativen Baum beeindrucken lassen und wollte ihn studieren. Fakt ist und diese Erfahrung und Erkenntnis konnte ich gewinnen, das es so einen Baum in der Weise und Tradition wie unseren Lebensbaum, gar nicht gibt. Das ist auch der Grund, das nur bestenfalls bruchstückhafte bzw. rudimentäre Informationen aus zumeist zweifelhaften Quellen darüber existieren. Der Aufbau ist im Übrigen, wie auch beim ordinären Satanismus üblich, einfach wieder mal so, dass Elemente "umgedreht" werden. Die Argumentation und die meist trickreiche Dialektik ist dann dergestalt, dass man die "dunkle Seite" integrieren müsse und daher diesen "umgedrehten Baum" als Instrument und Glyphe benötige. Diese Schlussfolgerung ist fehlerhaft, da diese Reintegration zwar notwendig, aber sicherlich nicht durch aufladen von noch mehr negativer Energie zu bewerkstelligen ist. Das wäre so, als wenn ein Opfer eines Gewaltverbrechens beim Psychologen Heilung erfahren soll, indem er selbst Gewalt an Opfern ausüben bzw. nochmals Opfer von Gewalt werden soll. Der Trugschluss wird offensichtlich. Es ist vielmehr nötig, verdrängte, negative Elemente in einem selbst sichtbar zu machen, indem man sie zwar aufspürt und bennent, sich ihnen aber nicht hingibt (i.S.v. Aufgabe von Kontrolle) sondern sie mit dem Gegenteil auflädt. Also einem Gewaltopfer zeigen, dass es auch noch Menschen gibt, die ihn lieben und ihm Vertrauen entgegenbringen - und ihn/sie an die Hand nehmen und aus dem Dunklen wieder in das Licht führen (Dunkelheit ist das Fehlen von Licht).

Die Qliphoth sind keine dunklen Sephirah sondern zerbrochene Gefäße, sie haben keine eigene Existenzberechtigung - es ist nur ein Mangelzustand. Ein Fehlen von Licht und Liebe um es generalisiert zu sagen.
Die Wiedereingliederung von unseren Schattenseiten erfolgt innerhalb des orginalen Lebensbaumes, indem wir uns den Lastern der jeweiligen Sphären stellen und sie meistern.


 

globalbrain schrieb am 08.03.2009 um 20:59:

[Man] sollte von den zwei Seiten einer Medallie nicht nur einer ihre Daseinsberechtigung schenken. Wie also bewerkstelligt man diese notwendige Reintigration?

Sicherlich nicht indem man das Ganze mit mehr negativen Energien belastet, aber für mich ist es wichtig immer beide (oder mehrere) Kräfte gegenüber gestellt zu sehen [...] es geht im Detail nur um die Dualität der symbolischen Gegenüberstellung der Erzengel und der Dämonen, Metator/Thamiel, Vollkommenheit Gottes/Verschmutzung von Gott etc., nicht komplett um die Qliphoth.


 

Hermes schrieb am 08.03.2009 um 23:17:

immer wieder hört man von (Schwarz-)Magiern das Argument, man müsse sich mit den dunklen Seiten auseinandersetzen, um auch diese Seiten zu integrieren. [...]

Eigentlich geht es dem Schwarzmagier um Macht und nicht um Integration von Schattenseiten. Wenn sie - die dunklen Brüder - schon Macht wollen, dann sollten sie zumindest so ehrlich sein und dazu stehen. Und nicht argumentieren, man diene dem Teufel ja nur, um Gott näherzukommen.

Eigentlich mißbrauchen sie dafür ein Thema aus der Psychologie, und zwar der Psychologie von C.G.Jung, ein Schweizer Psychologe und Schüler von Freud. Der hat nämlich das Thema Schatten = dunkle Seite des Menschen entdeckt. Und Jung würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüßte, was die sogenannten Reintegrationmagier aus dem Schattenthema gemacht haben.

Beim Thema Schatten geht es darum, Deinen eigenen persönlichen Hausmüll anzuschauen (= persönlicher Schatten) und zu integrieren. Und da hast Du genug zu tun, wenn Du ehrlich damit umgehst. […]


 

Tahomar schrieb am 09.03.2009 um 01:01:

Es ist sicherlich sehr ratsam, über die einzelnen Sphären des Lebensbaumes zu meditieren, über die jeweiligen Tugenden und Laster. Letzere haben aber nichts mit Dämonen im Sinne der Qliphoth zu tun. Diese zerstörten Sphären der Qliphoth würden Deine innere Leere (die die meisten von uns in einem unterschiedlichen Ausprägungsgrad haben) weiter vergrößern.


 

Nephilim schrieb am 28.04.2010 um 21:21:

[…] Manche haben Verständnis, dass die Qlophot was eigenes ist. Die "reguläre" Kabbala steht für die "vordere Seite" oder "Baum des Lebens". Sitra Kedusha. Qliphot repräsntierte die "hintere Seite" oder "Baum des Wissens" auch "Baum des Todes". Sitra Ahra. Ganzes Unterschied besteht im Unterschied zwishen dem "Baum de Lebens" und dem "Baum des Wissens". Ersten besteht aus 10 und der zweite aus 11 Sephiren. […]


 

Tazem schrieb am 29.04.2010 um 09:11:

im Grunde stehen die Qliphoth für Unausgeglichenheit, daher würde ich es in der Form nicht 'Baum des Wissens' nennen.

Ich kenne zwar die Bezeichnung 'Baum des Todes' nicht; aber das könnte in der Hinsicht passen, da es ja die Seele am Wachstum hindert. So gesehen eine - um es mal einfach auszudrücken - unangenehme Situation. Aber den 'Tod' gibt es auch am Baum des Lebens. Dazu muss man sich bewusst machen, was mit 'Tod' eigentlich noch alles gemeint sein kann.


 

runael schrieb am 29.04.2010 um 14:35:

Ich würde es mal so ausdrücken: Manche haben die irrige Auffassung das es so sein könnte. Nichts ist weiter entfernt von der Wahrheit.

Nephilim schrieb Die "reguläre" Kabbala steht für die "vordere Seite" oder "Baum des Lebens". Sitra Kedusha. Qliphot repräsntierte die "hintere Seite" oder "Baum des Wissens" auch "Baum des Todes". Sitra Ahra.

Was du schreibst spielt z.T. auf Beschreibungen aus der Genesis an. Du stellst es hier aber nicht recht dar bzw. die nterpretation ist unsinnig.
Außerdem: So etwas wie eine vordere oder hintere Seite gibt es beim Lebensbaum nicht. Es geht hier auch nicht um ein Konzept des Bösen oder Negativen an sich sondern um die Erahrung des Lebens und des Sterbens, die notwendigerweise verbunden sind.

Nephilim schrieb Ganzes Unterschied besteht im Unterschied zwishen dem "Baum de Lebens" und dem "Baum des Wissens". Ersten besteht aus 10 und der zweite aus 11 Sephiren.

Eine Interpretation die auf Unkenntnis der wirklichen Prinzipien der Qabbalah beruhen mag. Auch dies ist so nicht richtig.
Wenn du die Genesis aufmerksam liest, wirst du es vielleicht selbst bemerken, dass die Beschreibungen dort andere Schlüsse nahelegen.
Wie Tazem schon schrieb, die Qlippot sind unausgeglichene Kräfte. Schatten ist kein Gegenpol zum Licht sondern das Fehlen desselben!! Wer ihnen einen Platz in seinem Leben einräumt handelt nicht im Einklang mit der Schöpfung und es kann aus diesen unbalancierten Kräften nichts gutes entstehen.


 

Danny schrieb am 07.04.2011 um 19:11:

Liphoth sind die Schalen, die auch als "Exkremente" der Schöpfung bezeichnet werden. Es gibt von Gershom Scholem sehr gute Literatur, was die Entstehung der Kellipoth im Rahmen der Schöpfung angeht. Diese Theorien geben wiederum verschiedene Anhaltspunkte, um philosophisch abzuschätzen, was die Qliphoth sind und welche Stellung sie im Universum einnehmen.
Wenn man sie als "böse" bezeichnet, muss man wissen, was man als "Böse" definiert. Aus menschlichem Blickwinkel ist das Böse einfach eine Kraft zur falschen Zeit am falschen Ort, also unausgeglichen. Aber das hatten schon einige geschrieben. Die Kellipoth werden in der kabbalistischen Literatur (die anderen als Fortune) als primordiale, chaotische, die Schöpfung in Frage stellende Kräfte beschrieben. Sie versuchen die Evolution der Menschheit und des Kosmos zu verhindern. Dementsprechend hat der Kabbalist symbolische Bilder geschaffen, um diese Kräfte beschreiben zu können. Da haben wir die Raben der Zerstreuung, die der Taube als venusisches Symbol des Friedens und der Suche nach Einheit Netzachs entgegen gesetzt sind. Dies deutet schon an, dass es Anti-Kräfte sind. Was genau sie sind, kann man sicher nur durch Meditation und persönliche Erfahrung sagen. Ob man das tun sollte? Ich denke vor einer Adeptschaft schon mal gar nicht.

Fakt ist aber, dass man zum Beispiel im Orden des xx sich sehr wohl mit den qliphotischen Mächten auseinandersetzt, um ihre Bedeutung im Laufe der Schöpfung zu verstehen. Für alle erfahrenen Ritualmagier dürfte das Gewölbe der Adepten ein Begriff sein. Man schaue sich dort bitte einmal den Boden des Gewölbes an, und beschäftige sich mit der Initiation zum Adeptus Minor des xx. Wenn man sich wirklich ernsthaft mit dem Thema im Rahmen westlicher Magie auseinandersetzen will, wird man dort fündig. Und noch ein schönes Zitat dazu: "Wer Ohren zu hören hat, der höre."


 

runael schrieb am 18.04.2011 um 12:16:

Wie an anderer Stelle des Threads schonmal erwähnt wurde, beschäftigen wir uns natürlich mit unausgeglichenen Kräften und machen sie uns bewusst dadurch, indem wir sie im Lebensbaum als die Laster einer Sefirah ansehen. Wir belegen sie nicht mit dämonischen Namen oder geben ihnen über Gebühr Raum, denn für uns bedeutet Entwicklung im Sinne der Evolution ja, daß man die unausgeglichen Energien in sich transformiert bzw. ausgleicht. Dies geschieht in gewissem Sinne dadurch, daß wir, die als Tugenden bezeichneten Prinzipien, in das Blickfeld unserer Handlungen und Betrachtungen rücken.

 original submission Sunday, 24 April 2011, 9:46 PM)

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Re: Transferthread: Qlipoth
by Hilla - Sunday, 15 May 2011, 8:00 PM
 

Länge Zeit habe ich nach der für mich richtigen Sichtweise zur Qliphot gesucht, und als ich sie nicht fand, liess ich das Thema erst einmal liegen.

Manchmal kommt dann die Antwort unerwartet. Fand sie bei W.E. Butler. Er gab dieses Beispiel an: Geburah ... die Sephira der Gerechtigkeit ... Wenn die Gerechtigkeit zu hart, zu unbarmherzig sich entwickelt, dann ist sie ungerecht durch eine fanatische Strenge,in die sie sich hineinsteigert und es entsteht Böses (Oliphot)

Dies ist nicht der genaue Wortlaut von W.E. Butler sondern sinngemäss.

Die Waage ist deshalb ein wichtiges Symbol, die Kräfte in uns selbst in Balance zu halten.

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Re: Transferthread: Qlipoth
by chaosprinz - Tuesday, 7 June 2011, 10:09 AM
 

Die Oliphot sind sehr wohl schon älter und damit lange bekannt.

Allerdings ist die Umkehrung spiegelverkehrt und nicht wie viele behaupten 180°  ;)

(ja ja die lieben Satanisten wissent wollen die sein, doch nichts davon sind sie ) ^ ^

Man könnte sogar soweit gehen und behaupte die modernen Satanisten und unwissenden linkspfädigen Orden haben einen falschen Baum erfunden, weil sie die Quellen nicht studierten :)

Das ganze hat auch was mit den absteigen in den Wurzelbereich zu tun und dem Brechen  der Gefäß.

 

In der Tat sind die Kräfte hier chaotischer Natur , aber Schöpfungs umkehrent würde ich mit jein beantworten, weil der letzte mögliche  Bereich hier auch  das Ain soph aur ist  ;)

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Re: Transferthread: Qlipoth
by oxbox - Friday, 4 May 2012, 10:09 AM
 

hallo bruder schön das du hier bist

und dann noch das thema, welches für dich wegweisend sein sollte

Qlīpōt (hebr. קליפות ‚Schalen‘) (** Link wegen Forumsregel 8h entfernt; Andrea, Mod.**)

hier eine winzige Einsicvht, die wir zu prüfen haben

(** Link wegen Forumsregel 8h entfernt. Andrea, Mod. **)

Eine Sichtweise desselben, die doch auch ganz anderes ist, als wir normaler weise den Etz Chay betrachten

Ein Kugel aus Lichtschalen in deren Mitte יו Kether

ergiebt also sechzehn Lichtschalen

was hinter der Lichtschale Kether steckt, sollte nie Thema sein

es ist eines Menschen nicht würdig darüber zu sprechen ect.

denn nur יו weiß was Innen weilt oder auch nicht weilt

und wir selbst würden daran nur zu Grunde gehen

dennoch können wir in simpler weise darüber spekulieren,

denn Innen wie Aussen soll gerade bei diesem Thema unsere Gedanken beflügeln und uns mit unserer seele verstehen lassen

und unser Herz soll empfinden was gut und was schlecht ist

ich benutze also "GUT" und "Böse" Licht und Dunkelheit oder "GUT" und "schlecht"

Wegweisend soll uns die Theosopie Zaratustrahs begleiten

denn er hat als erster die Ideologie des avesta entworfen

unter deren Stern solche vorstellungen der Lichtschalen entstand

vor dieser Zeit, wann auch immer sie wirklich war,

gab es solche Vorstellungen natürlich nicht wirklich

das erkläre ich gerne an anderer Stelle

Ormuzd und Arimann ist seine Vision von den zwillingsgöttern

später leitet sich gerade daraus im rabbinischen ein tragender Grund

für den fleisch gewordenen Messiah ab und letztlich Jesus

als der erfüller all jener gewachsenen Sehnsüchte

 

Nun wissen wir vom עץ חי das er zehn ספרה

beschreibt und auch Pytargoras bringt von seiner Ägyptenreise jene zehnheit der Lehre nach griechenland

 

Das Sephiroth des Daath lasse ich hier aus in der Betrachtung

sonst wird es zu Esoterisch und das sollte immer vorsichtig von mund zu ohr fließen

In dieser Vorstellung gibt es also das Tatragrammaton im Zentrum allens

und von dort aus erwachsen fünfzehn weitere Lichtschalen

Sechs dieserLichtschalen verfielen wieder zurück in den alten Ursprungszustand

da der weltraum sich ausbreitete und Licht noch gar nicht geboren war

Sechs Lichtschalen fielen zurück in die Dunkelheit

Sie verkörpern in den Sternen einen Sternlosen Himmel

der uns kein schicksal der Götter mehr bietet

was Symbolisch zwar g-ttlosigkeit, aber auch freier Geist bedeutet

Die sieben ist ihr Herrscher das Sajin, Symbol einer Waffe

und so beherrscht die 777 alle Ebenen dieser welten

und wir sehen in 777 auch die Antwort dieses messiahnischen Herrschers über die dunklen Seelen in dem Ausdruck

 

**
777 "mit dem flammenden schwert angreifen"
בזחרב  להט  תקחו
2+7+210= 219 + 44 +514 =777
beth (mit) und sajin (dem) werden mit dem schwert `cherub´ zusammen geschrieben
man kann auch sagen: mit einem schwert aus flammen angreifen

777 bedeutet aber auch Maurer und Schurz

das löse ich hier nicht auf aus geheimhaltungsgründen

suchet und ihr wedet finden, wenn der Meister euch erwählt dazu, wenn die zeit reif für jeden ist, sei es im leben oder im tod

יו+ו = 22 heilige Zeichen

wir sehen also, das die Qulliphoth irgendwo in den heiligen Zeichen ihren eigenen Platz gefunden haben

Aleph und ajin sind als tonlose Zeichen Ausdruck des Äthers und müssen zuerst sofort dazu gezählt werden

bedeutet also das sowohl in Daath als auch in Chokma Dunkelheit herrscht

nun müßten wir noch vier weitere Zeichen dem Dunklen zuordenen

da wir die anderen 20 heiligen Zeichen in die vier Elemente unterteilen

wie verrate ich hier nicht, gibt es insgesamt sechs Zeichen für das lichtlose und

g-ttlose schicksalsfreie

in Chokma der Stille von aleph

erleben die inder das samadi

ein wunderbarer Zustand der seele in Dunkelheit wo sie erholung findet

dort , wenn überhaupt wird die Seele erwählt vom Drache

hier unterichtet satan, hier gibt es den gral, der unsterblichkeit spendet

jeder inder der davon weis, wird es als logisch empfinden, dass in eine zeitlosen zustand, unsterblichkeit herrscht

es ist also nur rein logisch, dass der gral unsterblichkeit spendet

 

כס der Becher, Die EULE LILITH, tochter der erischkigal und des Nergal

Luftdämon Muse und Elohim, der sieben elohim

sechs und ihr Meister, Scheitan

jener Meister ist der Zwillingsgott aus dem Lichte des Jud und der Dunkelheit des Aleph

Oda אוד scheint seine Macht zu sein.

 

Nur der Diener von Chesed kann die Wahrheit über Chokma wissen

Barmherzigkeit ist die Botschaft Satans aus Chokma nach Chesed

uns so aren gerade Nonnen, die die ersten Krankenhäuser ect.. bauten

immer Diener von Chesed, der Säule joakin

 

lest euch an anderer stelle die emanationsgesetze des obere lebensbaums durch und ihr selbst werdet, wenn der meister euch erwählt informiert werden

steht viel dazu nach zu lesen von meinem eigenen thread hier

 

mehr ein ander mal

euer diener der barmherzigkeit der schwarzenmagie

wolfram

(Edited by Andrea * * - original submission Monday, 30 April 2012, 03:15 PM)

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Re: Transferthread: Qlipoth
by Hedderich - Thursday, 1 November 2012, 4:30 PM
 

(...) editiert im Sinne der Forumsregeln: bitte keine Werbung!

Hatte es mir vor ein paar Jahren gekauft und bin jetzt wieder darauf gestossen,weil ich,nach einem angebrochenen Versuch,noch einmal mich mit der Kabbalah beschäftigen will.(Habe aber als Anfänger durchaus vor,mich erst einmal ausführlich mit der Vorderseite des Baumes zu befassen). Was mich an der Kabbalah im Allgemeinen (und der Baum des Todes bildet da offensichtlich keine Ausnahme) abgestoßen hatte,war das Vorurteil,es handelte sich in allen Sephiroth nur um Varianten der Vereinigung des weiblichen mit dem Männlichen,um Aspekte desselben,und sonst nichts,außer natürlich bei Kether,das dann die endgültig gelungene Vereinigung darstellte.Alles,was ich in meinem Leben an Inspirationen konkreter,aber nicht nennbarer Inhalte hatte,ist etwas anderes. (Meine hoffnung geht dahin,daß diese Vorurteil falsch ist).(selbstverständlich bildete die homosexuelle Variante davon auch keine Ausnahme,da hier der eine Partner/die eine Partnerin das Geschlecht umkehrt un d somit die gleiche Sache vorhanden ist

Das Buch (editiert im Sinne der Forumsregeln, s.o.) beschreibt den Zugang zu den Qliphoth über Daath .

Jeglicher Sephira entspricht ein Dämon auf dem Baum des Lebens,sowie auch jeglkichem Pfad zwischen Ihnen. Ein poster mit dem Baum des Todes ist dem Buch beigelegt. (editiert im Sinne der Forumsregeln, s.o.) Wenn ich auch als Anfänger nicht viel von dem Text verstehe,habe ich doch den Eindruck,daß die Beschäftigung mit den Qliphot wesentlich für das Verständnis des Ganzen ist. (natürlich sollte man sich praktisch nur mit Ihnen befassen,wenn man ein sehr hohes Maß an Meisterschaft und Selbstkontrolle erreicht hat)

(Bearbeitet von Andrea * * (R2) - Originaleintrag am Donnerstag, 1. November 2012, 14:48 Uhr. Bitte keine Werbung. Vgl. Forumsregeln, insbesondere die Punkte 8f und 8i)

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Re: Transferthread: Qlipoth
by oxbox - Friday, 2 November 2012, 2:59 PM
 

Würde mich schon sehr interessieren in wie weit der Autor mit mir d'accor ist oder besser gefragt was für eine schlappe oder tolle Nudel so ein Crowley Schüler und Meister mehrer Orden ist, bzw. war. Über Crowley muß man als spirtuell gebildeter Mensch mehr als Mensch sagen, der er nahezu unbekannt war, als über den Menschen, den er so vehemment in sich intonierte und dann auch präsentierte. Ich denke, dass er fachlich in vielerlei Hinsicht für einen wissenden Meister und Rebbe der Chasidim eher ein Objekt des leisen Spottes war, wollte er doch unbedingt wissen und sein, was der Rebbe als Klatsch und Tattern, oft im Treppenhaus, unter 666 kennet. Nicht das ich als kleiner Meister nicht ererbiet irgend ein wunder der Kabbala nicht als tiefsinnig erkennen würde, da bin ich mir mit dem Chasidim wohl ewig einig, aber das Leben als reine dreifache Selbstverwircklichung ist für unser eins sowohl ne verborte, als auch verbotene Art und Weise, wenn wir auch gut beraten sind darin dennoch tiefe Weisheit, der Dreifaltigkeit des Selbst ganz nach der Dreifaltigkeit der hohen Wurzel und der Tatsache, das ein Baum wie aus drei Bäumen gemacht sind. Da ein Baum uns verkehrt was wahr und nur Wirbel können offenbaren, wie schon Bruder Esekiel wußte zu beschreiben. Ein anderer Baum ja wie träumend ist wie es Väterchen Baruch so schön zu erzählen wußte und ein anderer selten bekannter und hier genannter Zaratustrah. Doch für mich fest und ideal sind die Tore von Jerimia meinem Meister zum עץ חי da er mich fliessend lehrt den אץ חי und schickte mir die blaue Fee. Und da sie starb in meinen Armen wanderte ich siebzig Tage und durchschritt sieben Höllentore zu freien meine Erwählte. Und als ich auftauche aus der Tiefe der Stille, dem geborgenen Feuer des Drachen im Meer, und wie Rauch quwoll in Dampf von Sümpfen, da ich mir selbst vorfuhr, kam die grüne Fee zum Nymphenheim der Plantane, dem Schlangenbaum dessen Stamm und Wurzelwerk der Seele mein ist seit Anbeginn der Bäume, die dem Kenner oder lieber der Kennerin Nuß gibt als Zeichen der Zugeneigtheit, die den Geheimen Namen Eva mit hier אהוה uns lehret.

 

In Chaldäisch lehren wir aber mehr und das haben wohl momentan alle vergessen hier ? Der Prophet Daniel rauft sich schon lange die Haare, wenn er zugetragen bekommt wie unsereins momentan ignoriert wird. Mich macht das traurig und ratlos.

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Re: Transferthread: Qlipoth
by Mephistopheles - Friday, 2 November 2012, 9:08 PM
 

Ein anderer Baum ja wie träumend ist wie es Väterchen Baruch so schön zu erzählen wußte und ein anderer selten bekannter und hier genannter Zaratustrah. Doch für mich fest und ideal sind die Tore von Jerimia meinem Meister zum עץ חי da er mich fliessend lehrt den אץ חי und schickte mir die blaue Fee.

Das klingt alles doch mehr so, als ob er Dir die "grüne Fee" geschickt hat.

Diabolische Grüße
Mephisto

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Re: Transferthread: Qlipoth
by oxbox - Saturday, 3 November 2012, 4:45 AM
 

Denke auch, dass die Kabbala da gerade anderes lehrt, es muß die "grüne" Fee heißen !

"Bitte erklären Sie uns doch ungefähr mit Ihren Worten und gerne mit Zeichen und Zahlen und anderen Inspiritationen": hAṪ᷀᷁ᛧᛦ   !!!!! Mit anderen Worten reden ich gerne nebenbei über Musik und andere Kunst, die mit Kabbalawissen kundhaft in der Vergangenheit entstand von großer Meister Hand, wie Michelangelo und Leonardo.

 

Diabolischer Segen Bruder

Wolfram

p.s.

Vielleicht können wir zusammen aus anderen  Beispielen oder Fragen anderes gemeinsam erarbeiten hier.

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Re: Transferthread: Qlipoth
by Alena (M) - Thursday, 18 January 2018, 10:02 AM
 

Hallo in die Runde!

Im Kodex des Magiers heißt es unter Punkt 3: „Der wahre Magier muß seine Gefühle ins Gleichgewicht bringen. Er darf sich nicht den qlippotischen (d.h. unausgeglichenen) Kräften von Angst, Wut, Haß, Trauer, Neid und Gier hingeben und er darf sich nicht von ihnen beeinflussen lassen. (...)

Bei der Beschäftigung mit diesem Abschnitt bin ich über das Wort „unausgeglichen“ gestolpert. Und egal, wo ich versucht habe zu recherchieren, gibt es große Unterschiede, was die Bedeutung „Qliphoth“ angeht. Selbst dieser Thread läßt mehr Fragen offen, als beantwortet werden.

Ich habe ein paar lose Überlegungen und Fragen zusammengefasst, die mich beschäftigen. Es würde mich freuen, wenn der ein oder andere Muse fände mitzudenken... ;-)

Laster sind es keine, die gehören als Gegenpart der Tugenden zu den Sefirot. Ein Laster richtig verstanden trägt zum Seelenwachstum bei. Hier kommt es einfach auf das richtige Mischungsverhältnis an. Dementsprechend sind sich spiegelnde Tugenden und Laster beide Teil vom Baum des Lebens.

Andrea hat am 5.3.2009 einen Satz von W.E. Butler zitiert, in dem es darum geht, daß es keine Dunkelheit gäbe, sondern nur das Fehlen von Licht. Das ergibt Sinn für mich.

Wenn ich die Qliphot als Negativpol der Sefirot betrachte, könnte ich „unausgeglichen“ im Sinne von „unfertig“ begreifen? Als Teil „vor der Ursuppe“? Irgendwo ist die Rede von „Negativbaum“ als Gegenpart zum „Baum des Lebens“. Vielleicht klingt das zu sehr nach der Frage von Huhn und Ei, aber was war zuerst?

Eine weitere Überlegung betrifft die Aufteilung Engel Sefirot, Dämonen Qliphot? So könnte ich auch überlegen: das eine möchte ich anziehen, das andere loswerden. Fühlt sich stimmig an, reicht mir jedoch nicht als Beantwortung des „was ist das überhaupt?“.

Tazem schrieb am 28.1.2008: Sie fördern die Seele nicht, sondern hindern Sie nur am Wachsen.

Liebe allein wäre nämlich in meinen Augen ebenfalls „unausgeglichen“. Wenn ich, vereinfacht gesagt, den ganzen Tag nichts anderes mehr tue, als es mir gut gehen zu lassen, die Schöpfung lobpreise und die Sonne auf den Bauch scheinen lasse, ist das auch mehr schlecht als recht. Deshalb, weil es die einseitige Nutzung eines viel größeren Potentials ist, das die Schöpfung und das Leben bieten. Und damit wäre etwas, das zunächst einmal nett und positiv klingt, in meiner Vorstellung auch eine Abkehr vom Schöpfungsgedanken.


Freue mich sehr, wenn sich der ein oder andere mit in meine unfertigen Gedankengänge einklinken würde... :-)

Herzliche Grüße,

Alena



You are only confined by the walls you build around yourself ~ Anon
Re: Transferthread: Qlipoth
by TimeTraveller (SN) (R3)(QM3) - Thursday, 18 January 2018, 1:56 PM
Qabbalah Maasit AnwenderRefuah Anwender

Hallo Alena,

ich finde deine Fragen sehr gut verständlich und kann sie auch gut nachvollziehen

Tatsächlich weiß ich nicht ob ich dir hier weiterhelfen kann da ich mich mit den Qlipoth als solche noch nie intensiv beschäftigt hatte,  da es mir erst mal wichtig war  (und ist) die „Vorder“- oder Lichtseite  kennenzulernen,  da nur diese mir das Verständnis und die Kraft verleihen wird aus der Begegnung mit den ‚dämonischen‘ Kräften der Qlipoth erfolgreich hervorzugehen  -  falls eine ‚Begegnung‘ mit den Qlipoth überhaupt sinnvoll ist,  denn wie hier im Thread bereits erörtert haben wir mit den unausgeglichenen Kräften in Form der Laster im ‚Normalfall‘ ja bereits genug zu tun,  und wir können dadurch bereits sehr viel Bewusstwerdung und Transformation erfahren  -  worauf es ja letzten Endes ankommt,  oder ?  Jedenfalls erlebe ich es so.

Ich denke immer dass alles seine Zeit hat,  und die ‚Zeit‘ der Qlipoth kommt für mich sicherlich nicht vor der Zeit der Beschäftigung mit dem Lebensbaum an sich
Natürlich kann man versuchen sich ein theoretisches Verständnis zu erarbeiten  -  aber ich denke auch dass man sich in reinen Theoriendenen die Erfahrungsgrundlage mit dem Lebensbaum fehlt,  leicht verlieren kann und zum Schluss gar nichts mehr versteht,  denn wie du ja selbst gemerkt hast findet man im Netz natürlich unglaublich  -  wie soll ich sagen  -  Schrott von mitteilungsfreudigen Menschen,  die selbst keinerlei Verständnis der Materie haben.
Da würde ich also schon sehr genau die Quellen überprüfen und gerade bei einem Thema der Qabbalah jüdische Quellen die mit einer Kenntnis des Hebräischen einhergeht allen anderen Quellen vorziehen.

Du hast geschrieben dass du über das Wort „unausgeglichen“ gestolpert bist  -  vielleicht ein paar Anregungen dazu ?

Wenn du dir den Baum des Lebens anschaust,  so sieht du ein Bild  (eine Glyphe)  vollkommener Harmonie,  die Säulen auf der rechten und linken Seite mit den jeweiligen Sefirah halten sich quasi im Gleichgewicht  (und führen über die Mittelsäule eine ‚Synthese‘ auf einer anderen Ebene herbei  -  der berühmte philosophische Dreiersatz  ;-) )  denn  -  wie du schreibst  -  nur Liebe und Güte (Chesed) ist nicht förderlich und kippt irgendwann in das Negative um,  d.h. die Laster treten zum Vorschein  (Opportinismus um des „lieben Friedens“ willen, Schwäche und Wehrlosigkeit,  um nur einige zu nennen
Abhilfe kann hier die Sefirot Gewurah schaffen die mit Durchsetzungskraft, Mut und Gerechtigkeitssin den Ausgleich schafft
In der Strenge muss also die Liebe verborgen sein,  und in der Liebe die Strenge,  um es einmal mit anderen Worten auszudrücken,  alles andere führt zur Unausgeglichenheit

Du schreibst:  Liebe allein wäre nämlich in meinen Augen ebenfalls „unausgeglichen“. Wenn ich, vereinfacht gesagt, den ganzen Tag nichts anderes mehr tue, als es mir gut gehen zu lassen, die Schöpfung lobpreise und die Sonne auf den Bauch scheinen lasse, ist das auch mehr schlecht als recht.
Dazu würde ich sagen dass weder der Lebensbaum nur aus der Qualität Liebe besteht  -  obwohl sie,  richtig verstandnen,  eine große schöpferische und göttliche Kraft ist,  noch ich die gennanten Tätigkeiten überhaupt als Liebe im eigentlichen Sinne des Wortes bezeichnen würde  ;-)

Soweit ein paar spontane  -  und sicher auch unfertige  ;-) Gedankengänge von mir,  vielleicht sind ja hilfreich für dich und enthalten ein paar Anregungen

Liebe Grüße mit Licht
Nalinie

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Re: Transferthread: Qlipoth
by Alena (M) - Thursday, 18 January 2018, 2:35 PM
 

Hallo Nalinie,

herzlichen Dank dafür, dass Du Dir Zeit genommen hast!

Und neeee, ich kann nicht behaupten, daß mir meine „normalen“ Laster zu wenig wären.... ;-)

Ich bin im derzeitigen Lektionsabschnitt des Qabbalah-Kurses darüber gestolpert. Und mir hat „unausgeglichen“ als Umschreibung nicht so recht für's Verständnis gereicht. Ohne Kaffee fühle ich mich morgens manchmal auch etwas unausgeglichen. ;-)

Ich habe vorhin parallel noch eine Frage im „Qabbalistic magic“-Forum gestellt. Durch den minimal geänderten Blickwinkel dank der „Hochglanz“-Antwort von Andrea kamen bei mir folgende Gedanken hinzu.

Ich erinnere mich vor Längerem gelesen zu haben (auch irgendwo hier im Threadverlauf), dass es vor unserer Welt, bereits drei Welten gegeben habe, eine böser als die andere. Angeblich seien sie zerstört worden. Wenn ich z.B. an den Philosoph Demokrit und seine Atome denke, wird jedoch alles gewandelt, aber nichts geht tatsächlich verloren oder würde zerstört.

Wenn ich das im Hinterkopf habe und dann an die Qlippot als nicht balancierte Kräfte denke, die vorher als unausgereifte Formen (weil nicht lebensfähig) da waren, beginnt es für mich mehr und mehr Sinn zu ergeben. Erst durch das Gleichgewicht, die Balance kann eine Schöpfung nicht nur geschaffen werden, sondern auch gedeihen.

In dem Moment, in dem der freie Wille ermöglicht wird, muß das dem Beginn des Bösen innerhalb dieser Welt entsprechen. Wenn ich eine Entscheidung zwischen „gut“ und „gut“ treffen soll ist es keine ernstzunehmende Entscheidung. Wenn ich den Gedanken weiterspinne haben die „Bewohner“ der anderen drei Welten womöglich keine Wahl gehabt, folglich keinen freien Willen.

So gesehen macht es die Sache noch unfassbarer, wenn sich jemand für einen „unfreien Weg“ entscheidet. Sozusagen sehenden Auges in die Katastrophe. Damit werden jedoch auch mehr und mehr der „alten“ Kräfte in diese Schöpfung hinein- und angezogen. „Das Böse“ als ein Kapitel, das geschlossen sein sollte? Weitergedacht erklärt es mir teilweise, weshalb derzeit Magie noch nötig und es für Mystik noch zu früh ist.

Vielen Dank für Deine ausführliche Ergänzung und Weiterführung! Dein Abschnitt zu Liebe und Strenge ist besonders interessant für mich, da ich mit der Qabbalah erst beginne. Am meisten fasziniert mich, wie manchmal scheinbar substanzlose „Gefühle“ oder Vermutungen damit erklärt werden können oder plötzlich Inhalt für mich bekommen.

Und jederzeit gerne mehr Deiner „spontanen und unfertigen Gedanken“! :-))


Mit Licht,

Alena


P.S.: Und ja, Liebe ist selbstverständlich sehr viel mehr. ;-)


Andrea
Re: Transferthread: Qlipoth
by Andrea Shelor ** R6, QM4 - Thursday, 18 January 2018, 2:10 PM
ModeratorQabbalah Maasit AnwenderRefuah AnwenderRefuah Lehrer

Hallo Alena,

toll, dass Du Dir Gedanken gemacht hast!

Da hat Du einige wichtige Themen angeschnitten.

"Laster sind es keine, die gehören als Gegenpart der Tugenden zu den Sefirot. Ein Laster richtig verstanden trägt zum Seelenwachstum bei. Hier kommt es einfach auf das richtige Mischungsverhältnis an. Dementsprechend sind sich spiegelnde Tugenden und Laster beide Teil vom Baum des Lebens."

Laster sind Tugenden bzw. generell ein Verhalten, das falsch angewendet wird oder das im falschen Kontext angewendet wird.
Deshalb gehören sie vom Zusammenhang her ebenso zu einer Sefirah wie die Tugend.
Nicht das Laster, sondern die Überwindung des Lasters trägt zum Seelenwachstum bei ;-)  sonst wären wir alle ganz toll spirituell entwickelt, während wir faul auf dem Sofa liegen ;-)

Z.B. wird Freundlichkeit i.S.v. Wohlwollen zu Schwäche, wenn jemand absichtlich dreist ist und man ihn trotzdem gewähren läßt, obwohl es nicht angemessen ist und stattdessen eher ein freundlicher, aber direkter Hinweis angemessen wäre, dass man ein solches Verhalten nicht möchte.

Freundlichkeit = ausgeglichen (wie in "freundlich, aber direkt")
Schwäche = unausgeglichen
Grausamkeit: unausgeglichen

Wir beschäftigen uns im Onlinekurs im 3. Kursmonat mit diesen Themen. Wenn Du neugierig bist, schau mal auf unserem YT-Kanal die Videos zu den Sefirot!

"Andrea hat am 5.3.2009 einen Satz von W.E. Butler zitiert, in dem es darum geht, daß es keine Dunkelheit gäbe, sondern nur das Fehlen von Licht. Das ergibt Sinn für mich. "

das freut mich!

"Wenn ich die Qliphot als Negativpol der Sefirot betrachte, könnte ich „unausgeglichen“ im Sinne von „unfertig“ begreifen? Als Teil „vor der Ursuppe“? "

Die Qlippot oder Laster kann man so sehen, dass sie quasi das Verhalten von "unfertigen" im Sinne von "spirituell noch nicht voll entwickelten Menschen" sind.
Das sind gewissermaßen alle Menschen, die noch keine spirituellen Meister, also Heilige oder Erleuchtete sind, und natürlich gibt es ganz viele Abstufungen ;-) Es wird im Qabbalahkurs verschiedentlich thematisiert.

"Irgendwo ist die Rede von „Negativbaum“ als Gegenpart zum „Baum des Lebens“. Vielleicht klingt das zu sehr nach der Frage von Huhn und Ei, aber was war zuerst? "

Es gibt keinen "Negativbaum". Es gibt in der Qabbalah nur einen Baum des Lebens, und zwar den Baum des Lebens ;-)

Was es gibt, sind verschiedene Darstellungen des Lebensbaums aus unterschiedlichen Zeiten und Kontexten, die heute (!) bzw. aus heutiger Perspektive interpretiert werden, und oft eben auch von Menschen, die sich mit der Qabbalah nicht näher beschäftigt haben.

Manchmal wird der Baum des Lebens auch "verkehrt herum" dargestellt, das ist dann einfach eine andere Darstellung des einen Lebensbaums.
In Salomo's Buch Qabbalistic Magic erkärt er an einer Stelle im Kapitel 12, dass innere Reisen, die den Lebensbaum "hinauf" führen, sprachlich als "Reise nach unten" dargestellt wurden, im Grunde aber eben eine Reise nach "innen" und nach "oben" sind.
Vermutlich rühren einige "populäre Irrtümer" daher.

"Eine weitere Überlegung betrifft die Aufteilung Engel Sefirot, Dämonen Qliphot? So könnte ich auch überlegen: das eine möchte ich anziehen, das andere loswerden. Fühlt sich stimmig an, reicht mir jedoch nicht als Beantwortung des „was ist das überhaupt?“."

Engel sind definiert in der 1. Lektion des Onlinekurses (Link zur Webseite) als

"Fortgeschrittene Magie funktioniert durch die Verbindung des Magiers mit höheren Kräften, die traditionell "Engel" genannt werden und mit der Quelle aller Kraft, die traditionell "Gott" genannt wird."

und Dämonen sind menschengemachte Gedankenformen, um etwas darzustellen. Wenn früher jemand ausgerastet ist, dann sagte man, er sei von einem Dämon besessen, heute würden wir sagen, er rastet grad aus ;-) d.h. er gibt sich grad seinen unausgeglichenen Energien hin, anstatt konstruktiv zu handeln.

Vergleich den von Dir zitierten Teil des 

Kodex des Magiers heißt es unter Punkt 3: „Der wahre Magier muß seine Gefühle ins Gleichgewicht bringen. Er darf sich nicht den qlippotischen (d.h. unausgeglichenen) Kräften von Angst, Wut, Haß, Trauer, Neid und Gier hingeben und er darf sich nicht von ihnen beeinflussen lassen. (...)“

Dämonen haben somit genau die Kraft, die wir ihnen geben. Vgl. die 1. Lektion des Onlinekurses ;-) in der Sektion über schwarze Magie wird es ebenfalls näher erklärt, vielleicht erinnerst Du Dich?

Vielleicht helfen diese Gedanken Dir etwas weiter?

LG
Andrea

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Re: Transferthread: Qlipoth
by Alena (M) - Thursday, 18 January 2018, 3:11 PM
 

Hallo Andrea,

auch Dir herzlichen Dank für die ausführliche Antwort! Hier ist ja mehr los, als ich bisher den Eindruck hatte. Das motiviert mich direkt, mehr im öffentlichen Forum zu schreiben. :-)

Nicht das Laster, sondern die Überwindung des Lasters trägt zum Seelenwachstum bei ;-) sonst wären wir alle ganz toll spirituell entwickelt, während wir faul auf dem Sofa liegen ;-)

Ups, ja, so wird natürlich erst ein Schuh daraus... Mist, ahnte es schon – Weiterentwicklung ist mit Arbeit verbunden... ;-)


Auf die inhaltliche Aussage des Butler-Zitats bin ich bisher nur bei der Genesis gekommen, aber nicht mit so einer bestechenden Genauigkeit in der Umschreibung. V.a. erklärt es für mich Manches, wenn ich über das alles hier nachdenke.


In Salomo's Buch Qabbalistic Magic erkärt er an einer Stelle im Kapitel 12, dass innere Reisen, die den Lebensbaum "hinauf" führen, sprachlich als "Reise nach unten" dargestellt wurden, im Grunde aber eben eine Reise nach "innen" und nach "oben" sind.

Egal bei was, es ist immer die Schwierigkeit bei abstrahierten Dingen, bis man das Vokabular beherrscht. Mit Deiner Erläuterung dazu beginne ich es zu verstehen. Du sprichst das Kapitel 12 an. Was dort auch steht ist : „The aim of the Work of the Merkavah is to see the King in His Beauty.“ Ich habe nicht vor, morgen in die Qlipphoth einzutauchen. Aber ich schaue mir „Schattenseiten“ an wo ich sie finde, weil das Licht und die Schöpfung und die Schönheit viel mehr Facetten bekommen als wenn man sie alleine, ohne das Dunkle, betrachten würde. Und das ist einer der Bereiche, die ich mit dem oben zitierten Satz verbinde. Es würde etwas fehlen, um die ganze Größe oder Schönheit zu erahnen, wenn man nicht zumindest einen Blick in die Richtung wagt. Zumindest ist das meine Ansicht.


Was den unteren Teil Deiner Antwort angeht – da wollte ich spontan widersprechen. Ich vertage meine Rückmeldung hierzu. ;-)

Und ja, auf jeden Fall helfen mir diese Gedankengänge weiter!


Liebe Grüße,

Alena

Andrea
Re: Transferthread: Qlipoth
by Andrea Shelor ** R6, QM4 - Thursday, 18 January 2018, 5:44 PM
ModeratorQabbalah Maasit AnwenderRefuah AnwenderRefuah Lehrer

Hallo Alena,

danke für Dein Feedback, freut mich!

"Mist, ahnte es schon – Weiterentwicklung ist mit Arbeit verbunden... ;-)"

;-) 

Was dort auch steht ist : „The aim of the Work of the Merkavah is to see the King in His Beauty.“

ja, genau. Man möchte Gott in seiner Herrlichkeit sehen. Ziemlich kühnes Vorhaben ;-) Die Beschreibung der höheren Ebenen, der sog. "Paläste" klingt erstmal nicht so einladend, oder? Häufig eine ziemlich feurige Angelegenheit ;-) Da ist so viel spirituelle Kraft,  dass die alten Qabbalisten Wasser, Feuer, Blitz und Donner... als Umschreibungen nahmen.

"Es würde etwas fehlen, um die ganze Größe oder Schönheit zu erahnen, wenn man nicht zumindest einen Blick in die Richtung wagt. Zumindest ist das meine Ansicht."

Es geht in meinem Verständnis weder darum, das "Böse" zu ignorieren, noch es zu verharmlosen oder gar zu glorifizieren. Ein nüchterner Blick darauf ist gefragt, und eben die Frage, wo man hinwill. Wir sind letzten Endes immer für das verantwortlich, was wir tun, und müssen Fehler wieder gutmachen.

Ich fand gut, was Du an Nalinie geschrieben hast:

So gesehen macht es die Sache noch unfassbarer, wenn sich jemand für einen „unfreien Weg“ entscheidet.

Genau. Der unausgeglichene Weg ist der, der uns unfrei macht, weil er im Grunde destruktiv ist - also auch selbstdestruktiv. Wenn wir böses tun, schaden wir uns selbst zuerst. Eigentlich spürt man das auch.

"Was den unteren Teil Deiner Antwort angeht – da wollte ich spontan widersprechen. Ich vertage meine Rückmeldung hierzu. ;-)"

Ich bin gespannt auf Deine weiteren Gedanken dazu!

Und ja, auf jeden Fall helfen mir diese Gedankengänge weiter!

Das freut mich!

LG
Andrea

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Re: Transferthread: Qlipoth
by Alena (M) - Thursday, 18 January 2018, 9:30 PM
 

Liebe Andrea,

nicht vertagt, nur verschoben – meine Gefühle und Gedanken, u.a. zu Engeln und Dämonen, sowie ein paar Gedankengänge, die sich bei diesem Thema mit eingeschlichen haben.

Gefühle machen das Leben wirklich zur Herausforderung. Klar, alle vier Punkte des Kodex sind wichtig. Aber den Dritten empfinde ich als den Anspruchsvollsten. Und er passt sehr zu dieser Thematik. Sich durch nichts vom Weg abbringen lassen, die Tugend des Wagens, unerschrocken sein. Wo bin ich nach wie vor mit meinen Gefühlen nicht im Einklang, nicht so wie ich mich in meinem Ideal anstrebe? Hier zeigt sich, ob Überzeugung, Glaube, Loyalität etc. Bestand haben oder nur Worthülsen bleiben. Oder platt gesagt, Butter bei die Fische....


Du schreibst: Was es gibt, sind verschiedene Darstellungen des Lebensbaums aus unterschiedlichen Zeiten und Kontexten, die heute (!) bzw. aus heutiger Perspektive interpretiert werden, und oft eben auch von Menschen, die sich mit der Qabbalah nicht näher beschäftigt haben.

Da würde ich weiter gehen. Das ist ja kein Problem der Qabbalah alleine. Reine Sachverhalte sind wesentlich leichter zu verstehen. Bei Menschen gibt es einfach viel mehr Interpretationsansätze durch die emotionale Nuancen-Vielfalt. Und was ist gefühlsbetonter als eine visionäre Erfahrung? Da ist doch mindestens eine gehörige Portion Euphorie dabei, oder wie siehst Du das?

Ja, man muß immer auf die Blickachse und die Bedeutungsebene achten, auf der Kommunikation z.B. mittels Texten stattfindet. Je weiter ich mich „raus“/ „höher“/ „nach oben“ begebe, desto verfälschter wird die „Übersetzung“ zurück in menschliche Sprache. Wenn ich nun etwas sehe und es notiere, sind die „Bilder“ von meiner Persönlichkeit eingefärbt. Nun hat jemand einen Wagen beschrieben mit vier Rädern, die in alle Richtungen laufen können usw. Das macht die Überlieferungstradition notwendig. Wenn ich in mein Tagebuch schreibe: „Begegnung erinnerte mich an Apfelkuchen“ weiß schon heute niemand, was ich damit meinen könnte – außer eben den wortwörtlichen „Apfelkuchen“. Alles andere bleibt Spekulation.

Man muß in Metaphern sprechen, um innerhalb der materiellen Ebene über andere Ebenen kommunizieren zu können. Das bekannteste Beispiel für dadurch entstehende Mißverständnisse sind wahrscheinlich die Auslegungsversuche der Heiligen Schriften. Ohne den spirituellen Blickwinkel verlaufen die rein weltlichen, wortwörtlichen Deutungsansätze im Sand. Gerade in Bereichen, die man nicht „anfassen“ kann. Sogar einen Sonnenuntergang würde jeder anders beschreiben. Und den können alle mit „realen“ Augen sehen. Aber alle erleben ihn mit anderen Gefühlen.

Wenn ich die bei Apokalyptikern beliebte Offenbarung als Beispiel nehme, heißt es in 2,7: „Dem, der überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baum des Lebens...“ Läßt sich leicht auf die qabbalistische Pfadarbeit beziehen.

Der vermutlich bekannteste Abschnitt mit dem Satan und den 1000 Jahren ist in 20,7 zu finden. Nun könnte ich hier mal wild die Blickrichtung wechseln. (Ich behaupte nicht, daß ich den folgenden Inhalt auch vertrete). Wenn man schaut, was etwa alle tausend Jahre an langfristigen Umwälzungen begonnen hat und man demnach seine festgefahrene Bequemlichkeit loslassen mußte, dann ist der, der einen vom Sofa wirft selbstredend der böse Teufel, wenn man die Notwendigkeit zur Veränderung nicht sehen will. Sowohl individuell als auch global gesehen, hängt es davon ab, wie sehr man im „evolutionären Flow“ ist, ob man Transformation, also größere Veränderungen oder Bewußtseinswandel als etwas „Gutes“, weil Nötiges, ansieht oder nicht. Im Alltag zieht es einen dummerweise auch am Liebsten zu den schönen Zeiten und alles andere will man möglichst nicht. Ich nehme mich da gar nicht raus, selbst wenn ich mir dessen bewußt bin, daß beide Seiten zum Leben dazugehören, finde ich die schönen seltsamerweise angenehmer... ;-)

Die Frage der Unterscheidungskraft: was ist Metapher, was ist wortwörtlich zu verstehen, was ist ein Rätsel, um etwas oder jemanden zu schützen.


Bezogen auf die schriftlichen, geschichtlichen Quellen derer man sich bedient um die Existenz von Engeln oder Dämonen zu belegen, würde ich beleglos behaupten, daß sich beide Seiten relativ die Waage halten dürften. Also egal ob Engelserscheinung oder Dämonenintervention. Wie kann es jedoch sein, daß ich zwei Wesen aus den selben Texten aufteile in echt und unecht?

Wenn ich das, was Du schreibst richtig interpretiert habe, dann wären demnach nur die Engel als selbst denkende Wesen, eine als höhere Kraft akzeptierte Form. Und Dämonen gleichzeitig nur von uns Menschen selbst gemachte Gemütszustände oder höchstens rudimentäre Entitäten. Anders gesagt, alles, was uns gefährlich werden kann, käme demnach von innen heraus, aus uns selbst.

Umfassend betrachtet habe ich andere Eindrücke. Bis zu einem geringen Teil stimme ich Dir zu. Zum Beispiel können Familienmitglieder generationsübergreifend (ganz unbewußt) das erschaffen, was man einen Hausgeist nennt. Das wäre das, was ich ein Wesen nennen würde, das als menschengemachte Gedankenform entstanden ist. Und analog dazu könnten bestimmt auch energetisch starke Menschen mittels gebündelter Kräfte und sehr starker Gedankenformen etwas erschaffen, was man als komprimierten Aspekt oder Dämon bezeichnen könnte.

Wenn ich von Ebenen rede, die nicht materieller Natur sind und gleichzeitig davon ausgehe, daß ich bei Engeln oder Dämonen von physisch manifestierbaren (oder zumindest sichtbar in diese Ebene herbei rufbaren) Wesen ausgehe, ist der Denkfehler an für sich offensichtlich. Auch religiös motivierte Erscheinungen fallen für mich in diese Kategorie. Je „höher“ die Kräfte, desto weniger anthropomorph, bis es irgendwann „nur“ noch um Aspekte geht.

Die Ansicht, nur Engel als eine höhere Kraft anzusehen (im Sinne von energetisch über dem Mensch stehend), teile ich hingegen nicht. Oder verstehe ich Dich hier falsch?


Das passiert allerdings, wenn ich nicht "spontan widerspreche", es wird etwas länger. Entschuldige bitte.

Liebe Grüße,

Alena