Meditation und der innere Tempel

Zen und/oder Qabbalah-Meditiation?

 
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Zen und/oder Qabbalah-Meditiation?
by squirrel - Sunday, 30 December 2012, 2:15 PM
 

Hallo zusammen!

Ich habe sechs Jahre Zazen praktiziert, und habe in dem Moment (schweren Herzens) damit aufgehört, als mir klar wurde, daß ich die Meditation für meinen Alltag instrumentalisierte ("wenn ich meditiere, dann klappt auch..."). Meditiation sollte ziel-, zweck- und bildfrei sein, weil sonst der Geist doch wieder auf der materiellen Ebene gebunden wäre, so hatte ich es zumindest von meinem gestrengen Mönchlehrer gelernt, und das habe ich noch immer drin.

Eine Meditiation wie die Qabbalah-Meditation, bei der man ja ganz gezielt mit Bildern (Innerer Tempel) arbeitet erscheint mir deshalb "falsch", nicht rein, und nicht richtig. Das ist mein persönliches Empfinden, bzw meine persönliche Blockade - die ich aber gerne durchbrechen würde, um offen für den Qabbalah-Weg zu werden.

Wer kann mir argumentativ aus dem Dilemma raushelfen? Und/oder gibt es innerhalb der Q-Mysterienschule eine vergleichbare Meditaionstechnik wie das Zen?

Taz
Re: Zen und/oder Qabbalah-Meditiation?
by Alya **(R6) - Sunday, 30 December 2012, 2:22 PM
Qabbalah Maasit AnwenderRefuah Anwender

Hallo Squirrel,

vielleicht darf ich eine andereiFrage aufbringen:

Was ist das Ziel DEINER Meditation?

 

Keine der Meditationen ist besser, schlechter, reiner, unreiner oder ähnliches. Es sind alles unterschiedliche Trance-Zustände.

Sie verfolgen jede für sich ein anderes Ziel und daher ist wichtig, was deine Intention ist..

Wenn Du die Zen-Stille suchst, ist es angemessen auch dies im Sinne des Zen zu praktizieren.

Wenn du mit deinem Bewusstsein und Unterbewusstsein aktiv arbeiten möchtest, gibt es andere Techniken.

Das ist wie z.B. beim Kochen.

Man kocht um ein Mahl zuzubereiten. Aber man muss dabei beachten, dass jedes Gericht eine andere Anforderung mit sich bringt.

Das beginnt in der Vorbereitung bis hin zum servieren. Satt wird man schliesslich von allen.

Sie dauern nur unterschiedlich lange, und bringen unterschiedliche Nährstoffe zu uns.

 

Daher die Frage: Was wollen wir wirklich damit erreichen?

Dann kann man sich entsprechend vorbereiten und dies aktiv angehen.

 

Mit Licht,

Tazem

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Re: Zen und/oder Qabbalah-Meditiation?
by squirrel - Wednesday, 2 January 2013, 7:42 PM
 

Hallo Tazem

vielen Dank für Deine Antwort, die mir tatsächlich weitergeholfen hat. Ich hatte allerdings, als ich sie stellte, auch noch nicht entdeckt, daß es (bei euch) 3 Arten gibt, magisch zu arbeiten, also die Meditation, Pfadarbeit und das Ritual, Ich hatte gedacht, die Meditation ist gleich der Pfadarbeit, also eine Arbeit ausschließlich mit Bildern, und das fand ich "falsch", weil meiner Auffassung nach, die Meditation dazu dienen sollte, zu lernen jedwegen Moment so rein wie möglich zu erfahren, wobei das Festhalten an Bildern ehr kontraproduktiv wäre. - Ist das eigentlich auch die Auffassung von Meditation bei den Qabbalisten?

Taz
Re: Zen und/oder Qabbalah-Meditiation?
by Alya **(R6) - Thursday, 3 January 2013, 7:27 PM
Qabbalah Maasit AnwenderRefuah Anwender

Hallo Squirrel,

eigentlich gibt es sogar noch mehr Möglichkeiten zu arbeiten *Lächel*.

Hattest du diesen Beitrag auf der Homepage zum Thema Meditation gesehen? Ich finde, dass es hier im Grunde recht gut dargestellt. Vielleicht hilft auch dies noch einige Frage zum Thema Mediation zu beantworten:

http://www.qabbalah.de/meditation_grundpfeiler_spiritueller_entwicklung.html

 

Im Grunde kann man auch ganz analytisch und ohne Bilder arbeiten. Das ist möglich.

Man kann auch einfach in der Stille meditieren, nur führt es erfahrungsgemäss nicht zu bewussten Erkenntnissen, die einem helfen, die Seele zum Wachstum zu führen.

Wenn man das Erweitern des Bewusstseins und das Wachstum der Seele anstrebt, erfordert es auch eine Art und Weise der Meditation, welches hilft das Ziel zu erreichen -  damit man dort auch ankommt :-)

Ich sage nicht, dass stille Meditationen dies grundsätzlich nicht täten, aber es dauert vielleicht etwas länger, bis die Erkenntnis durchkommt, als wenn man aktiv zum Telefonhörer nach oben greift, die Nummer wählt und einfach fragt.


Bilder helfen die Antworten und Eindrücke zu unterstützen.

Natürlich erfordert es auch eine gewisse Übung und Erfahrung die Bilder von Oben nicht mit den Illusionen zu verwechseln. Aber das wäre ein eigenes Thema für sich.

Es geht nicht darum an den Bildern festzuhalten. Es ist eher etwas das fliesst...

Die Pfadarbeit mit dem inneren Tempel hat unter anderem Grund, dass es eine Stütze für die weitere Arbeit ist. So eine Art Stufe, auf die treten kann, damit man weitergehen kann. Es ist nicht das 'Eine endgültige' Bild sozusagen.

Es ist nicht so als würde man die ganze Zeit nur auf die Mauer gucken und nichts weiter. :-)

Ob das nun alle Qabbalisten so sehen weiss ich nicht. Aber es ist meine Erfahrung,  und wahrscheinlich empfindet es der grösste Teil der Gruppe hier auch so. Denke ich mir mal so :-)

 

Mit Licht,

Tazem

There is no place without light!
Re: Zen und/oder Qabbalah-Meditiation?
by Sonnenkind SN (R3) - Friday, 11 January 2013, 10:15 PM
Refuah Anwender

Hallo Squirrel, Hallo Tazem,

erstmal hier hallo als einer aus der Bruderschaft der das was Du Tazem bezüglich der "Stille Meditation" geschrieben hast auch grundsätzlich so sieht :)

Vielleicht einfach nochmal als klein Ergänzung aus einem anderen Blickwinkel an den ich gerade denke: Die Bilder des Inneren Tempels sind ja gezielt Bereichen der Seele zugeordnet. Als eine Analogie - die bitte wie jede Analogie nicht als 100% genaue Beschreibung zu verstehen ist sondern wie jede Analogie seine Grenzen hat, aber auch etwas ein bisschen anschaulich machen will - vielleicht ein Vergleich mit einer Telefonnummer:

Habe ich von meinem Freund Peter die Telefonnummer nicht (und bin gerade zu hause) dann wird es sehr schwer mich mit ihm zu verabreden. Ich kann natürlich lange darauf warten, ob er mal spontan vorbei kommt oder die Kneipe aufsuchen, in der ich ihn kennengelernt hatte - oder ich weiß vielleicht sogar wo er wohnt... habe aber keine Garantie, dass er gerade zu hause ist. In allen Fällen sind die Chancen verschieden groß, es bleibt aber ein bisschen Unsicherheit und mit der (am besten sogar Handy-) Nummer komme ich am weitesten.

Dennoch habe ich nur weil ich Peters Handynummer habe, noch keine Verabredung mit ihm sondern muss ihn immer noch selbst anrufen und mit ihm Reden um ihn in Persona zu treffen.

Ählich ist es mit der Erleuchtung der Seele und Bild- und nichtbildhaften Meditationsformen. Ohne Bilder heißt es nicht, dass man nicht erleuchtet werden könnte, aber es ist ein sehr langer Weg, da man (was auch Zen-Meister so sehen) Jahrelang üben muss, um zu lebendiger Erkenntniss zu gelangen.

Bilder könne Brücken bilden, wie die Telefonnummer, sind sie aber nur ein "Hinweis" eine Stütze und können die lebendigen eigenen Erlebnisse der Seele nicht ersetzen - jedoch eine effektive Hilfe darstellen - wenn sie aber auch stimmig gewählt sind. Wenn ich eine falsche Nummer habe, sind die Chancen, dass ich Peter treffen kann wieder gleich null. Habe ich dir richtige Nummer, dann muss ich von ihr selbst gebrauch machen und sie selbst effektiv verwenden, sonst bringt sie nichts.

Wie gesagt, nimm diese Analogie ein bisschen mit Humor, mit einem Zwinkern, sie ist sicher nicht in allen Aspekten total stimmig und sollte nicht überstrapaziert werden... ich würde mich aber freuen, wenn sie ein paar Gedanken bei dir Anregen kann...

.... und das am besten mit dem Artikel den Tazem bereits empfohlen hat und ihren guten Hinweisen.

 

... und am besten mit eigener praktischen Erfahrung durch Ausprobieren und lebendige  Erfahrung sammeln, denn das ist ja das, worum es eigentlich geht ;)

FGEV

Sonnenkind