Hallo Chris,
ich bin zwar auch noch ein Anfänger, was die magische Ausbildung hier betrifft, Meditationen mache ich allerdings schon seit vielen Jahren. Angefangen habe ich mit der Kerzenübung. Diese fand ich sehr gut für den Einstieg in eine regelmäßige Meditations-Routine. Zum Einen ist die Übung nicht zu lang, so dass man auch als Anfänger die Visualisierung für die komplette Übungsdauer aufrecht erhalten. Ich empfehle dir, die Übung deshalb gerade am Anfang nicht zu lange zu machen. Unser Geist ist es nicht gewohnt, sich so lange auf ein einziges Bild zu konzentrieren. Wie ein Muskel, den wir lange Zeit nicht benutzt haben und der nun nicht in der Lage ist ein Gewicht längere Zeit zu halten....Mit einer kurzen Übung bekommt man recht schnell ein Erfolgserlebnis, welches gerade am Beginn wichtig für die Motivation ist, die Übung auch täglich zu praktizieren. Dann ist eine Flamme ein sehr starkes Symbol (Feuer assoziiert unser Gehirn sofort als WICHTIG), so dass es dem Gehirn leicht gemacht wird, sich nur auf diese eine Sache zu fokussieren ohne dass andere Gedanken aufkommen. So trainierst du deinen Geist, sich auf nur eine Sache zu konzentrieren.
Im Prinzip sind andere Gedanken und Bilder in der Meditation besonders am Anfang auch überhaupt nicht schlimm. Sie kommen und sie gehen auch wieder. Was sie die Meditation stören lässt, ist nur unsere Bewertung der ungewollt auftauchenden Bilder. Wenn wir uns darüber ärgern, uns zwingen wollen nicht mehr an sie zu denken, dann passiert genau das was wir nicht haben wollen: wir geben diesen vorübergehenden Bildern eine Wichtigkeit in dem wir uns mit ihnen beschäftigen. Hilfreich ist hier eine Einstellung des Geschehenlassens. Das betrifft sowohl die Visualisierung der Kerze aus der Übung als auch die Bilder, die nicht gerufen werden und einfach erscheinen. Anstatt verkrampft eine Leere im Geist zu erzwingen (was wahrscheinlich genauso wenig gelingt wie sich zum Einschlafen zu zwingen), entspanne dich körperlich und geistig so weit wie möglich und warte / freue dich darauf dass die Kerze vor deinem inneren Auge erscheint. Lass es geschehen, öffne dich dem Bild.
Für die ungewollten Bilder hilft ebenfalls die Technik des Geschehenlassens. Die Bilder werden gerade zum Anfang auftauchen, egal wie sehr du es verhindern willst. Versuch sie zu erlauben, aber gib ihnen keine Bedeutung. Lass sie auftauchen, und lass sie wieder ziehen. Wenn das am Anfang nicht funktionieren sollte, fand ich es nützlich die Bilder mental kurz anzusprechen: " Danke lieber Xxxxxx dass du mich besuchst. Jetzt ist aber nicht deine Zeit, ich werde mich später mit dir beschäftigen". Dann lenkst du deinen Gedankenstrom wieder sanft zurück auf das Meditationsthema. Der Gedanke war da, dann ist er wieder verschwunden. Nix schlimmes passiert. Manchmal kommen schon recht heftige Gedanken auf, wenn Körper und Geist sich tief entspannen. Das können sehr lange zurückliegende Erinnerungen sein, unbearbeitete Erlebnisse wie Kränkungen, Zurückweisungen, Misserfolge oder auch schöne Bilder von einem Geschenk, über das man sich sehr gefreut hat oder von einem Geburtstag in der Kindheit. Da können durchaus auch mal Tränen fließen wenn so eine starke Erinnerung unerwartet einfach so vorbeikommt und Hallo sagt. Mit regelmäßigem Üben werden diese ungewollten Bilder aber schnell seltener werden und schließlich fast komplett verschwinden.
Jeder hat hier meiner Erfahrung nach sein eigenes Tempo. Setz dich nicht selbst unter Druck, in 1 Woche oder in 3 Wochen dieses oder jenes erreichen zu müssen. Ich habe diese Meditationstechniken schon einigen Leuten beigebracht. Jeder muss dabei andere Klippen umschiffen, jeder Mensch hat eben auch eine andere Vergangenheit und ein anderes Paket an Erfahrungen was er mit sich herumschleppt.
Ich hoffe, dass ich ein paar hilfreiche Gedanken anregen konnte und freue mich auf Eure Meinungen dazu. Viel Erfolg beim Meditieren
Fiat Lux
John