Qabbalah

Qabbalahstudium

 
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Qabbalahstudium
by Gortan (M) - Thursday, 27 September 2012, 10:29 PM
 
Hallo! Da dieses Forum besser passt, poste ich das Thema hier nochmal. Ich habe von einem chassidischen Rabbi gehört, dass das Studium der Qabbalah nur für Juden gedacht ist. Nichtjuden seien nicht bereit für die Informationen und das Wissen würde ihnen auch nicht weiterhelfen bei ihrer Entwicklung, es könnte sogar kontraproduktiv sein. Auch Juden selber müssten erst gewisse Stadien durchlaufen bevor sie die Qabbalah studierten. Die Qabbalah sei jüdische Mystik und nur im Zusammenhang mit dem jüdischen Glauben sinnvoll. Wie steht ihr dazu und welche Argumente gibt es für das Qabbalahstudium für Nichtjuden? LG Gortan
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Re: Qabbalahstudium
by Oholiab Schildmann ** R6,QM4 - Sunday, 30 September 2012, 10:33 AM
HauptmoderatorQabbalah Maasit AnwenderRefuah AnwenderRefuah Lehrer

Hallo Gortan,

die Qabbalah und das zentrale Symbol, der Baum des Lebens, ist eine sehr wichtige Tradition innerhalb der westlichen Mysterien. Dazu möchte ich gern auf diesen interessanten Artikel auf unserer Webseite verweisen. Dort findest Du schon einige Deiner Fragen beantwortet, denke ich.

Meine eigene Erfahrung ist, dass man auch als Nicht-Jude einen tiefen Zugang zur Qabbalah erhalten kann. Die Qabbalah ist natürlich in die Kultur, Religion und Sprache des Judentums eingebettet, da sie ihr entstammt. Deshalb erscheint es mir sinnvoll ein Verständnis eben dieser Aspekte des Judentums zu erlangen. Das bedeutet sich intensiv mit ihnen auseinanderzusetzen.
Dann ist es durchaus möglich erfolgreich und sinnvoll mit dieser Tradition zu arbeiten, die ja ein wirklicher und objektiver Einweihungsweg ist. Er steht denjenigen Menschen offen, die sich auf ihn einlassen wollen.

Vielleicht argumentiert der chassidische Rabbi ja deswegen auf die Art, weil er die Erfahrung gemacht hat, dass Nicht-Juden die Lehren der Qabbalah halbverstanden oder verdreht anwenden und weitertragen, weil es ihnen an innerem Verständnis mangelt und der sprachliche Zugang fehlt.

Ein Beispiel für die sinnvoll und förderliche Einbettung der Qabbalah innerhalb der westlichen Mysterientradition ist Heinrich Cornelius von Nettesheim, der kein Jude gewesen ist.

Ich denke, die Qabbalah steht allen den Menschen offen, die bereit sind, sich von ganzem Herzen darauf einzulassen.

Um mehr über die Qabbalah als Teil der Mysterientradition zu erfahren möchte ich das Buch "Ancient Traditions of Qabbalisitc Magic" von Salomo Baal-Shem empfehlen, der sich sehr intensiv mit dem Judentum auseinandergesetzt hat und aus der Sicht eines Eingeweihten der westlichen Mysterientradition schreibt.

Lichtvollen Gruß

Runael

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Re: Qabbalahstudium
by Gortan (M) - Sunday, 30 September 2012, 1:08 PM
 

Hallo Runael,

danke für deine Mühe und deinen ausführlichen Beitrag. Das Buch von Salomo habe ich mir schon bestellt. Ich sehe das meiste genau wie du. Man macht sich halt nur seine Gedanken, da ich auch in anderen jüdischen Foren einige Beiträge gelesen habe, die das Qabbalahstudium nur für Juden vorschlagen.

Ich möchte nur vermeiden, dass man sich auf einen Weg begibt, der bei tieferer Einsicht nicht geeignet oder sogar kontraproduktiv ist. Ich habe den Weg ja auch schon selber ein wenig beschritten, da ich bereits einige Bücher zur Qabbalah gelesen habe, da sie mich schon länger fasziniert hat. Ich wollte nach meinem Gespräch einfach noch andere Meinungen und Begründungen hören. Es hat ja schon seinen Grund, warum jemand als Jude geboren wird oder nicht und welche spirituellen Prozesse man schon durchlaufen hat, bevor man sich der Qabbalah widmet.

Ich bin erstmal gespannt auf das Buch von Salomo und freue mich auch schon auf das weitere Lernen hier und hoffe, dass der Weg der richtige ist. Bislang hatte ich immer ein gutes Gefühl dabei.

LG Gortan

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Re: Qabbalahstudium
by Gortan (M) - Sunday, 30 September 2012, 6:28 PM
 

Hallo nochmal,

habe das Buch verwechselt mit "Qabbalistic Magic: Talismans, Psalms, Amulets, and the Practice of High Ritual". Könntst du mir sagen wo ich das andere Buch bestellen kann, bzw. ob es schon erhältlich ist.

Danke im voraus!

LG Gortan

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Re: Qabbalahstudium
by Oholiab Schildmann ** R6,QM4 - Thursday, 11 October 2012, 9:05 AM
HauptmoderatorQabbalah Maasit AnwenderRefuah AnwenderRefuah Lehrer

Hallo Gortan,

es is das Buch, welches Du meinst. Ich habe nur eine andere Ausgabe angeführt.

LVX
Runael

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Re: Qabbalahstudium
by Gortan (M) - Thursday, 11 October 2012, 10:02 AM
 
Alles klar, danke!
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Re: Qabbalahstudium
by oxbox - Wednesday, 10 October 2012, 2:13 PM
 

ich hab mich mit der Thematik ausführlich beschäfftigt. Über zwanzig Jahre.

Von der Sprachwissenschaftlichen Seite, als studierter Sprachwissenschaftler und hobby Musiker, wegen der Klänge, fande ich es sehr toll und aufbauend für die Seele. Der Etz Chay ist aber sehr viel komplexer dann als Studienobjekt, als man es in Büchern erfahren kann und deshalb finde ich es dann irgendwann nur noch richtig, das ganz für sich zu machen, als nicht Jude, oder dann auch konsequent Jude zu werden. Der dritte Teil wäre ja dann der "magische" Teil der Sache und da würde ich allen bis auf solche Leute wie Chassidim dringend abraten. Der Magische Teil soll der Verehrung der Schönheit Gottes werk dienen, das geht aber für mich nur im jüdischen Umfeld und auch da nur für Inizierte. Magie der Kabbala ist gespeist aus der Dienerschaft Chesed an Chokma und im Kern Liebe Mitmenschlichkeit und Barmherzigkeit ect.. Echte Rabbies sind hoffentlich auch meiner Meinung, das wahre Magie der Kabbala nur exestiert, wenn man Trost spendet und den Traurigen wieder mal zum lachen bringen kann. Andere Juden und auch ich selbst empfinden dann aber Kabbala vielleicht nur noch als einen von vielen wegen, die die Demütigen diener des Tetragrammaton beschreiten können. Warum soll man sich als überhaupt langfristig damit beschäftigen? ich und viele die mit mir diskutiert haben empfanden das als unnötig und überborden. rückschließend gilt das auch schon ähnlich für die erforschung des etz Chay, meiner Meinung. Gerne bemerke ich hie dazu mehr, wenn Nachfrage besteht. Meine eigene Beschäftigung ist aber dann deswegen immer weniger geworden und letztlich ist es nur eine Lebensphase für einen Nicht Rabbi, wie mich. Es hat mich in Krisenzeiten sehr erbaut und die heiligen Zeichen mit ihren Klängen sind eine wunderschöne Art sich Gottes Natur zu nähern, aber für viele Menschen völlig unnötig, da sie nie verlernt haben die Natur mit Kinderseelen zu betrachten. ...

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Re: Qabbalahstudium
by gedanke - Thursday, 19 March 2015, 7:56 PM
 

Lieber oxbox,

falls Du noch hier im Forum vertreten bist, hätte ich eine Frage an den Sprachwissenschaftler:

Warum wird das Conversicum mit der Fähigkeit des Verbs verglichen, die Göttlichkeit aus der Zukunft in die Gegenwart zu spiegeln? So ist das WAW ein Dreier-Schlüssel, welcher von Franz Bardon erklärt wurde. Dürfte dieser Schlüssel angewendet werden? Farben und Buchstaben können auch dem griechischen Alphabet zugeordnet werden, wird gesagt.

Die kosmische Sprache und doch spricht KEINER ein Wort....

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Re: Qabbalahstudium
by Pari - Tuesday, 10 November 2015, 4:05 PM
 


Shalom, Gortan :)

es ist immer eine Perspektivangelgenheit. Ultra-orthodoxe Juden sagen auch, dass ein "Goi" nicht zum Judentum konvertieren kann, da man -gemäß derer Ansichten- ins Judentum hineingeboren werden muss. Einerseits ist es verständlich, weshalb ein chassidischer Rabi meint, dass das Qabbalah Studium nur für Juden gedacht ist, weil erstens Qabbalah aus dem  Pentateuch / Tenach abgeleitet wird und zweitens das Judentum nicht nur eine Religion darstellt, sondern auch eine kulturelle Gemeinschaft beschreibt. Das Judentum hat bei dem letzten Beispiel eine besondere Stelle, da in anderen monotheistischen Religionen zwischen Religion und kulturellen Ausprägungen unterschieden wird. Demzufolge meinte der erwähnte Rabbi, dass es Hand in Hand gehen muss, weil die jüdische Religion untrennbar mir der jüdischen Kultur zu betrachten ist. Andererseits sind die Qabbalah Inhalte Universallehren. Ich denke, wer sich ernsthaft für ein Qabbalah Studium interessiert, wird automatisch mit dem Judentum konfrontiert und muss sich damit tief auseinandersetzen; ... ein Leben lang. Ich persönlich liebe die sogenannte "Pilpul" Methode. Religiöse Dialektik auf höchstem Niveau. Demzufolge fühle ich mich dem Judentum sehr verbunden, obwohl ich keine Jüdin bin. Ein weiterer Grund, weshalb sich der Rabbi sträubt, dass sich "Nicht-Juden" damit beschäftigen, ist die Angst der Verdrehung der Tatsachen, entweder aufgrund von Unverständnis oder in böser Absicht. Beispiel: Rabbi A sagt, dass Alkohol gut sei; darauf hin erwidert Rabbi b, dass dem nicht so ist. Jetzt könnte jemand lediglich Rabbi A zitieren und meinen, dass "die" Juden Alkohol für gut finden; dem ist nämlich nicht so, weil die Einleitung von Rabbi A zu einem dialektischen Diskurs führen soll, weshalb Alkohol doch nicht gut ist. Argument = Gegenargument und so weiter. 

In Liebe


Pari