Qabbalah

Hierarchie der Hermetischen Gesetze

 
Picture of Alena (M)
Re: Hierarchie der Hermetischen Gesetze
by Alena (M) - Tuesday, 20 February 2018, 2:16 PM
 

Hallo miteinander,

eine spannende Diskussion mittlerweile! :-)


@ Mercurius: Jetzt sind wir allerdings bei einer anderen Grundannahme als zuvor...

Du schreibst: Von daher tragen wir schon eine gewisse Polarität in uns.

Dem widerspreche ich nicht, jeder trägt weibliche und männliche Anteile in sich, um bei dem Beispiel zu bleiben. Der Mensch gilt als Miniaturmodell (Mikrokosmos) vom großen Ganzen (Makrokosmos), auch das lässt darauf schließen, dass alle Anteile, Pole oder Komplementaritäten in uns sind. Aber jeder Mensch wird „gut“ und „böse“ innerhalb gewisser Parameter anders interpretieren. Nur zu sagen, weil etwas scheinbar nicht zusammenpasst, es sei ein Pol, wäre mir persönlich zu nuancenlos. Wenn man zivilisationsbedingte Veränderungen wie z.B. Transgender oder drittes Geschlecht außen vor lässt, dann wird niemand einen stimmungsabhängigen Unterschied treffen, ob Mama heute als Mann oder Frau zu betrachten sei.

Zitat: Gerade der Wechsel "gut-böse“ ist ein exzellentes Beispiel für Licht und Schatten.

Ja, ein gutes Beispiel, aber nicht für Polarität, wie ich finde. ;-) Gut und böse stellt meiner Ansicht nach keine Polarität dar. Das Empfinden dazu ist ähnlich subjektiv wie heiß und kalt. Sicherlich, es gibt grobe Richtwerte, alles unter null Grad wird kein gesunder Mensch als „heiß“ wahrnehmen.

Wenn ich weiß, dass ich böse sein kann (…)

Da widerspreche ich schon beim Ansatz, bei der Prämisse. Erstens: was ist böse? Zweitens: woher weißt Du es? Drittens: ist es nicht zu verallgemeinernd, um überhaupt einen praktikablen Lösungsansatz finden zu können? Das sind alles Fragen und vermutlich noch weitere, die vorab auseinander gedröselt und geklärt werden müssten, oder, was meinst Du?

Oder aber ich nutze die Energie der Boshaftigkeit für „gute“ Zwecke.

Hast Du ein oder zwei greifbare Beispiele im Kopf, die Du uns zur weiteren Auseinandersetzung damit schreiben könntest? Das wäre super.


Ich versuche auch mal ein Beispiel zu finden, dazu zeichne ich zwei Kreise mit einer gemeinsamen Schnittmenge. Der eine Kreis ist Alena im Berufsleben. Der andere Kreis ist Alena privat. Die Größe der Überlappung in der ich stehe ist der Teilbereich, in dem ich genauso bin, wie ich mich auch im anderen Kreis verhalte. Vielleicht bin ich privat ganz sanft („gut“), habe aber einen Job, in dem ich sehr streng („böse“) sein muß. Angenommen, ich wäre Controllerin in einer großen Firma und u.a. dafür zuständig Mitarbeiter zu entlassen. Da würden mich nicht Wenige als böses Miststück ansehen. Was, wenn die Controllerin plötzlich Keinem mehr kündigt und deshalb die gesamte Firma Insolvenz anmelden muß, also alle Jobs deswegen gefährdet sind? (Ein möglicher Ansatz zur Erklärung von Kausalität wäre hierzu evtl. wie vorab die Wirtschaftlichkeit hätte effizienter gestaltet werden können, um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen.)

Idealerweise sollte es nur einen Kreis geben (objektiv betrachtet bin ich in meinem Leben noch nicht an diesem Punkt angekommen). Klar, ich könnte kündigen – schwups, Kreis weg, nur noch der andere da, Ziel erfüllt?! Wird nicht lange funktionieren, weil es beispielsweise früher oder später zu einem finanziellen Engpass kommen wird, der meinen übriggebliebenen Kreis dazu nötigt, den verursachten Mangel anders zu kompensieren (das betrachte ich übrigens nicht als selbst herbeigeführte Manifestation durch eine Gedankenform, sondern als rationales Wahrnehmen des materiellen Alltags...;-).

Was ich versuche zu erklären, Arbeit und Privatleben wären in diesem Beispiel gegebenenfalls zwei extreme Seiten der selben Person, aber sie bedingen einander nicht, um etwas über die Person aussagen zu können. Selbstverständlich kann auch das eine Form der „Spannung“ erzeugen, aber diese Sorte ist nicht wachstumsfördernd, sorgt eher für ein Unwohlsein, als eine fruchtbare Basis. Mondlicht ist ohne Sonnenlicht nicht erfahrbar, ein Kompass ist unbrauchbar, ohne eine ein magnetisches Feld usw.


@ Michael, dieser Aussage stimme ich in der Form, in der sie dasteht, nicht zu:

Wir vergessen oft, GOTT vor Entscheidungen um Rat zu fragen. Wie wird bemerkt, was eine Entscheidung ist, die wir mit GOTT teilen? Ganz einfach: Visualisieren wir das angestrebte Ergebnis und stellt sich im Herzen ein Gefühl des Friedens ein, liegen wir richtig. Sehen wir das zu erwartende Ergebnis und fühlen uns nicht gut, haben wir wohl etwas übersehen.

Ich glaube, Hannibal Lecter würde bei selbiger Frage vermutlich in anderen Situationen ein „Gefühl des Friedens“ in seinem Herzen spüren, als ich es tue. Ein bewaffneter, religiöser Fanatiker ebenso. Deine Annahme setzt, meiner Meinung nach, einen gesunden, ausgeglichenen Geist voraus, der mindestens in bewusstem Kontakt zu seinem Höheren Selbst steht. Der, bei dem das nicht der Fall ist, merkt Vieles ja gar nicht (das wäre der Ansatz von weiter oben zu Unbewusstsein/ Bewusstsein). Wenn wir es nicht einmal schaffen gemeinsam einen Begriff wie z.B. Polarität zu definieren, wie soll es dann beispielsweise bei mehrdimensionaleren Themen oder einem Gottesverständnis sein?

Ein anderes Beispiel: Die Pole Gott und ein unbewiesener Gegenteil sind nur in unserem Geist wirksam. Bitte nicht falsch verstehen, ich greife nicht Dich an, Michael, aber ich teile mehrere Inhalte dieser Aussagen nicht. Sind wir uns zunächst darin einig, dass wir in inkarnierter Form, eine Erfahrung der Begrenzung haben und leben?


Ich habe den Eindruck, wir Menschen verwenden Begriffe zu häufig nicht sinngemäß. Ich versuche daran zu arbeiten, dass mir das immer weniger passiert. Da fände ich es klasse, wenn wir das gemeinsam machen könnten. ;-)

Ich glaube z.B. nicht, dass es deshalb so viele verschiedene Gottesnamen gibt, bloß, damit der Satzbau der Heiligen Schriften nicht langweilig wird, sondern weil es tatsächlich wichtig ist zu unterscheiden. ;-) Ist nicht gerade das auch die Chance innerhalb einer trennenden Erfahrung (z.B. Leben)? Um etwas wirklich bewusst wandeln zu können, muss ich die Einzelkomponenten erstmal verstehen lernen. Erstmal eine simple Schablone basteln und dann schauen, wo sie überall funktioniert?


Was sagt Ihr dazu? Ist davon für Euch etwas nachvollziehbar?

Freue mich auf Eure Antworten!

Liebe Grüße,

Alena